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Marion Cremer - Astrologie, Beratung & Energethik
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Astrologie
Homo signorum aus den Très Riches Heures des Herzogs von Berry (1412-16; Chantilly, Musée Condé, Ms. 65, fol. 14v).Der Wahrheitsgehalt, der Anwendungsbereich, die Leistungsfähigkeit sowie die Nützlichkeit astrologischer Aussagen ist sowohl unter Astrologen wie auch unter Kritikern der Astrologie umstritten, wie aus einer aktuellen Diskussion zum "Grundsatzpapier astrologischer Vereinigungen" hervorgeht.1
Die Astrologie hat gemeinsame Wurzeln mit der Astronomie. Der gemeinsame Ursprung liegt in der Himmelsbeobachtung, der Unterschied liegt in der Deutung der Himmelskörper für den Menschen; in vielen Kulturen lässt sich feststellen, dass astronomische Erscheinungen über die rein wissenschaftliche Beobachtung hinaus eine Faszination auf den Menschen ausübten und auch heute noch ausüben.
Aus wissenschaftlicher Sicht wird die Astrologie der Neuzeit je nach Herangehensweise zu den Para- oder Pseudowissenschaften gezählt. Astrologen erkennen ihrerseits die wissenschaftliche Methode und die Erkenntnisse der Naturwissenschaften nur dort an, wo sie nicht im Widerspruch zur Astrologie stehen; die mangelnde Zuständigkeit von Physik und Astronomie begründen sie z.B. damit, dass die Ableitung astrologischer Aussagen auf symbolischer Ebene erfolge.
In diesem Artikel wird vor allem die westliche Astrologie beschrieben; andere Systeme unterscheiden sich davon.
Die astrologische Sicht
„Die Astrologie von astron : Stern, als Urprinzip, und Logos : Geist oder höhere Logik ist das Wissen um die Beziehung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos als Analogieprinzip: wie oben, so unten. Astrologie ist das Urwissen, daß der Mensch als Teil des Kosmos und Bestandteil der Natur denselben Gesetzen unterliegt wie die Natur selbst. Den Menschen erreichen die kosmischen Rhythmen ebenso wie das Wasser in Ebbe und Flut, und das Wasser wird gleichgesetzt mit der Seele. Astrologie ist daher kosmische Psychologie.“ – G. Hürlimann: Astrologie - Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch 2
Ursprünglich herrschte die Vorstellung vor, die Gestirne repräsentierten himmlisch eine oder mehrere irdische Herrschergestalten. In Babylonien wurde zunächst ausschließlich Staatsastrologie betrieben, also das Schicksal des Gemeinwesens mit den Sternen verknüpft. Erst in der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. gewann – mit der Mantik einhergehend und der allgemeinen Individualisierung in hellenistischen Bereich- der Glaube Gestalt, das Schicksal des Einzelnen sei mit Hilfe des Horoskops ablesbar.
Astronomie und Astrologie früher Kulturen
In Mesopotamien finden sich die frühesten Wurzeln der Astrologie.
Beginnend mit astronomischen Beobachtungen im 3. Jahrtausend v. Chr. schufen die Sumerer im 2. Jahrtausend v. Chr. mit den Zikkurat Stufentempel in Ur oder Uruk, deren Stockwerke die "sieben Gestirne" Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars, Jupiter und Saturn symbolisierten und den Priestern die Verbindung zu den Göttern ermöglichen sollten. Sternbilder wurden benannt, der Himmel wurde in drei Bereiche unterteilt, ein siderischer Mond-Tierkreis war bekannt. Sie glaubten, die Bewegung der Gestirne vollziehe sich durch göttlichen Einfluss. Die Bezeichnung "Chaldäer" für Babylonier wurde zum Synonym für "Astrologe".
In Ägypten etablierte sich ab 2778 v. Chr. der exakteste antike Kalender. Im Aufgang des Sirius erkannte man den Zusammenhang mit dem bevorstehenden Nilhochwasser. Viele Prognosen für die Politik suchte man aus der Stellung dieses Sternes abzuleiten. Die auf den vier Himmelsrichtungen basierenden Pyramiden sollten als Rampe für die Seele des Pharao beim himmlischen Aufstieg dienen, der nach seinem Tod als heller Stern am Himmelsnordpol beobachtbar sei. Unter babylonischem Einfluss wurde der zwölfteilige Tierkreis (Zodiak) geschaffen.
Entwicklung der Astrologie in Europa
Im Hellenismus werden astrologia (der verbreitetere und ältere Begriff) und astronomia nicht klar voneinander geschieden. Die erste begriffliche Trennung erfolgte durch Simplikios. Die Griechen übernahmen die babylonischen Planetennamen.
Über Griechenland fand die Astrologie den Weg nach Rom, wo sie sich als eine von vielen Wahrsageformen großer Beliebtheit erfreute. Gerade die römischen Kaiser griffen gerne auf sie zurück. Wenn sie nicht selbst in der Sterndeutung bewandert waren wie Tiberius, Septimius Severus und Hadrian, hatten sie häufig einen Hofastrologen. Kaiser Augustus ließ sogar sein Sternzeichen, den Capricorn (Steinbock), auf Münzen abbilden. Gleichzeitig versuchten die römischen Kaiser aber auch immer wieder, die private Nutzung der Astrologie einzuschränken. In der Antike fand die Astrologie Einfluss und Aufnahme in Alchemie, Gnosis, Manichäismus und Christentum (etwa im christianisierten Tierkreis der Valentinianer, Zeno von Verona, Priscillianisten oder christliche Horoskope und Monatsprognosen in der Orthodoxie).3
Das frühe Christentum bleibt gegenüber der Astrologie in einem widersprüchlichen Verhältnis, da nach Auffassung vieler Kirchenlehrer die Vorherbestimmung des Schicksals dem freien Willen als unbedingte Voraussetzung (conditio sine qua non) des christlichen Glaubens widerspricht, andererseits die Geburt Christi astrologisch angekündigt wurde. Wird die Tätigkeit der "Weisen aus dem Morgenland" (Matthäus 2) ursprünglich als Kunst angesehen, so sind sie nach Hieronymus docti a daemonibus (von Dämonen belehrt). Erst Beda Venerabilis beschreibt sie als angesehene Heilige drei Könige. Tertullian warnt vor der Astrologie. Konstantin der Große bekennt sich dazu. Die Kirche des Mittelalters sieht zu einigen Zeiten in den astralen Mächten sogar den Todfeind des Glaubens.
Renaissance und Humanismus brachten unter Rückbezug auf die hellenistische Form die Astrologie zu ihrer vollsten Blüte; andererseits häufte sich auch die rationalistische Kritik gegen sie. Friedrich II., die Päpste Julius II., Paul III. und Leo X. wie viele reformatorisch geprägte Personen (Albrecht Dürer) vertrauten der Astrologie. Martin Luther dagegen hielt nicht viel von den Astrologen: "Es ist ein Dreck um ihre Kunst."
Bis zur Renaissance waren Astronomen häufig zugleich gläubige Astrologen (Tycho Brahe, Johannes Kepler). Es wird immer wieder die Meinung geäußert, Kepler beispielsweise hätte Horoskope aus rein wirtschaftlichen Gründen erstellt. Es stimmt zwar einerseits, dass er prognostische Horoskope ablehnte (In seinen Worten über die Supernova 1604: Jn Politischen sachen vnd menschlichen Hendeln acht ich / dieser stern hab trefflich viel zubedeuten / zwar nit seiner Natur nach / sondern per accidens / wegen der Menschen gemüther), glaubte andererseits jedoch, dass die gantze Natur / vnd alle deren crefften "(animales facultates)" eine verborgene art haben / die "aspectus" der himlischen liechtstralen zumerckhen vnd sich nach denselben zureguliren. Die astrologischen Diskussionen der Zeit jedenfalls tat er in seinen wissenschaftlichen Werken als ohne vernünftige Basis seiend ab.
In der Folge der Erfindung des Teleskops trennen sich Astronomie und Astrologie endgültig, aber bis in die Romantik bewahrt die Astrologie ihren Einfluss in höchste Gesellschaftskreise (Johann Wolfgang von Goethes Horoskop, Schlegel und so weiter).
Nach einer Periode, die vor allem von naturwissenschaftlichem Fortschritt geprägt war, während der sich nicht nur die allgemeine Auffassung änderte, sondern auch die Astrologie fast in Vergessenheit geriet, war es besonders Evangeline Adams (1865-1932) die die Astrologie wieder in der westlichen Welt populärer machte. Sie siedelte sich 1900 in New York an und beriet als Astrologin viele Personen darunter auch Millionäre wie J.P.Morgan, den Sänger Enrico Caruso oder den englischen König Edward VII. 1914 wurde sie wegen Wahrsagerei angeklagt, jedoch frei gesprochen mit der Urteilsbegründung, sie habe die "Astrologie zur Würde einer exakten Wissenschaft erhoben".
Astrologie heute
Die Astrologie scheint ein transzendentes Grundbedürfnis nach Orientierung vieler Menschen zu stillen. Viele Astrologen betrachten ihr Arbeitsgebiet im Zusammenhang mit der Hypothese der morphogenetischen Felder von Rupert Sheldrake und bieten daraus neue Begründungen für die Astrologie an.
Die heutige Astrologie ist in verschiedenste Denkrichtungen gegliedert. Die Berechnung und Darstellung der Horoskopgrafik (Radix) variiert, da zum Beispiel die Aspektgenauigkeit unterschiedlich gewertet wird und teilweise zusätzlich zu den allgemein benutzten Planeten weitere, auch mythische, Himmelskörper und rein geometrische Konstrukte hinzugezogen werden (Hamburger Schule).
Revidierte Astrologie
Das Konzept einer revidierten Astrologie besteht seit etwa der 1950er Jahre. Geprägt wurde der Begriff vom Philosophen und Astrologen Thomas Ring, im Rahmen seiner mehrbändigen "Astrologischen Menschenkunde", die heute als Standardwerk der Astrologie gilt. Ring überführt die alte Lehre in eine zeitgemäße Form psychologischer Symbolik, indem er sie vom fatalistischen, "okkulten" Ballast früherer Jahrhunderte befreit. Rings poetischer Stil gilt vielen als besondere, schriftstellerische Leistung. Er wird jedoch von vielen Lesern als "zu umständlich" für ein Lehrbuch kritisiert.
Astrologie in anderen Kulturkreisen
In Amerika schufen Azteken und Mayas einen 260-Mondkalender zur Berechnung religiöser Feste. Der Himmel untergliederte sich in 13, die Unterwelt in 9 Regionen, entsprechend 13 Tages- und 9 Nachtstunden. Die Bauweise der Stadt Cuzco symbolisierte den zwölfgeteilten Tierkreis. Aus astral abgeleiteten Notwendigkeiten wurde die Praxis von Menschenopfern abgeleitet.
In China, dem astronomischen "Reich der Mitte", in dem die Sterne nie untergehen, wurde der Kaiser als Repräsentant des Himmels verehrt. Die chinesische Astrologie schuf einen 28-teiligen, den kaiserlichen Palästen zugeordneten Mondkalender wie auch einen zwölfgeteilten Tierkreis. In der Chinesischen Astrologie nimmt eher der Jupiter als die Sonne eine zentrale Rolle ein, wodurch mittels Abstraktion auch die bekannten und in ganz Ostasien volkstümlichen "Jahr der Ratte", "Jahr des Hasen" etc. zustande kommen. Schon vor Christi Geburt beobachteten chinesische Astrologen den Halleyschen Kometen, ab 28 v. Chr. Sonnenflecken.
In Indien setzen die Veden im 2. Jahrtausend v. Chr. astronomische Beobachtungen in Bezug zur Religion. Astrologie zählte zur höchsten Gelehrsamkeit. Der Gedanke der menschlichen Reinkarnation in den Tierkreissymbolen fand hier seine Ausprägung. Die indische Astrologie bezieht auch viele Fixsterne in ihre Deutungen ein und bevorzugt die realen Sternbilder gegenüber den rechnerischen westlichen Tierkreiszeichen.
Kritik
Physikalisch
Das Bestreben der Naturwissenschaften ist es, die Beobachtungen durch Abstraktion auf so wenige Prinzipien wie möglich zurückzuführen (Ockhams Sparsamkeit). Die Kritik an der Astrologie lautet, dass sie die Elemente zunehmend vermehrt. Darüber hinaus existiert bis jetzt keine physikalisch akzeptable Erklärung, wie die oben beschriebenen Komponenten des Horoskops Einfluss auf das irdische Geschehen nehmen könnten. Der gern zitierte Gezeiteneffekt durch die Gravitation ist dafür unzureichend, weit eher hätte es einen gravitativen Einfluss, ob vor dem Geburtshaus ein Baum steht oder nicht, von Bergen ganz zu schweigen. Dieser würde eine viel größere Anziehungskraft auf das neugeborene Kind ausüben, als sämtliche Sterne im Universum es aufgrund ihrer Entfernung können. Unter anderem durch den Mangel an überprüfbaren Erklärungen wird die Astrologie von den Wissenschaften als Pseudowissenschaft abgelehnt. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP, siehe Weblinks) hinterfragt seit vielen Jahren die Astrologie mit wissenschaftlichen Methoden. Sie prüft beispielsweise die Prognosen des Vorjahres derjenigen Astrologen, die davon ausgehen, dass Astrologie Tatsachen beschreibt. Nach Ablauf des Jahres schaut sie nach, wie viele Prognosen tatsächlich eingetreten sind.
Astrologen weisen darauf hin, dass die Astrologie auf Analogien und Symbolen gründet und sich am Erleben der Wirklichkeit auf der Erde orientiert, das (phänomenologisch) systematisiert wird. Daher werden alle neuen durch die Astronomie entdeckten Elemente einbezogen (zum Beispiel Neptun und Pluto). Die Entdeckung der neuen astronomischen Objekte erfolgt nach astrologischer Auffassung dann, wenn das Bewusstsein im Menschen eine Entwicklung erreicht habe, welche die astrologischen Qualitäten beispielsweise eines Planeten repräsentiere. So wurde in den Jahrzehnten um die Entdeckung des Uranus die Dampfmaschine erfunden, die Industrialisierung begann und die französische Revolution leitete das Ende der Monarchien ein. Uranus soll also für Befreiung von Abhängigkeiten, plötzliche Umbrüche, neue Technik, Kapitalismus und so weiter stehen. Entsprechendes gilt für Neptun und Pluto. Evolutionsgeschichtlich sollten langfristige gravitative Einflüsse (beispielsweise auf das Erbgut) nicht ununtersucht bleiben.
Statistisch
In wissenschaftlich korrekt durchgeführten Studien werden die Aussagen und Vorhersagen der Astrologie nicht bestätigt. So wertete ein dänisch-deutsches Forscherteam um Peter Hartmann in einer großangelegten Studie die Daten von insgesamt mehr als 15.000 Personen statistisch aus: ein Zusammenhang zwischen Geburtsdatum – und damit auch dem so genannten "Sternzeichen" (dem Tierkreiszeichen, in dem zum Zeitpunkt der Geburt die Sonne steht) – und individuellen Persönlichkeitsmerkmalen oder gar der Intelligenz konnte in keinem Fall nachgewiesen werden, ein solcher Zusammenhang existiert demnach nicht.4 Die Studie widerlegt nach Auffassung der Wissenschaftler die weit verbreitete Ansicht, dass jedes Sternzeichen für typische Charakterzüge eines Menschen stehe.
Schon 1979 stellte Kelly5 in einer kritischen Untersuchung fest, dass (1) die große Mehrheit der empirischen Studien, die zu dem Zweck durchgeführt wurden, die astrologische Lehre zu überprüfen, deren Behauptungen nicht bestätigen konnte und (2) „die wenigen stützenden Studien weiterer Klärung bedürfen“ („the few studies that are positive need additional clarification“).6
Darüber hinaus betonen verschiedene Autoren entscheidende methodische Schwächen solcher Untersuchungen wie z. B. selektive Auswahl der Testpersonen, Ungenauigkeiten bei der Geburtszeit oder zu geringe Probandenzahlen. Für die positiven Befunde solcher Studien fanden die Forscher alternative Erklärungen, z. B. tendieren Personen mit astrologischen Kenntnissen dazu, sich gemäß den Vorgaben ihres jeweiligen Sternzeichens zu verhalten.78
Theologisch
Die Geburt Jesu ist biblisch mit dem Stern von Betlehem (Matth. 2,2-10) verbunden. Die christliche Theologie lehnt jedoch den Glauben, dass die Sterne eine schicksalhafte Bedeutung für das menschliche Leben haben, weitgehend ab: die Natur (mit den Sternen) verfüge über keine eigene Wirkmacht, sie sei Schöpfung Gottes und es widerspräche dem Leben in christlicher Freiheit, die Lebensgestaltung nicht auf die Erlösungstat Christi zu gründen, sondern von der Konstellation der Gestirne abhängig zu machen (vgl. Gal. 4,10).
Pater Dr. Gerhard Voss schreibt: „Ich möchte die These wagen: Die Ausgrenzung astrologischer Weisheit aus der Kirche ist bezeichnend für den Verlust der kosmischen Dimension kirchlichen Lebens in Theologie, Liturgie und Verkündigung.“ 9 (S. 23), aber warnt auch: „In der Fixierung auf Prognosen für die Zukunft liegt die Hauptgefahr jeder Beschäftigung mit der Astrologie, auf die auch die Heilige Schrift (vgl. Gal 4,9; Kol 2,8ff) mit allem Nachdruck aufmerksam macht.“ 10 (S. 19)
Metaphysisch
Innerhalb der jeweiligen astrologischen Schule wird nach festen Regeln verfahren. Die meisten Astrologen sehen ihre Tätigkeit trotzdem als nicht naturwissenschaftlich begründbar. Eine solche Begründbarkeit sei aber kein Qualitätskriterium, da nach den Philosophien des Strukturalismus und des Dekonstruktivismus eine exakte Naturwissenschaft alleine nicht in der Lage sei, alle Aspekte der Welt zu erklären.
Psychologisch
Wo Prophezeiungen gemacht werden, besteht das Problem der selbsterfüllenden Prophezeiungen. Die Kenntnis und innere Aneignung der beschriebenen Motivationen führt zur tatsächlichen Umsetzung. Dies reicht bis ins Unterbewusstsein und daraus folgender Bevorzugung nach Art eines Temperaments. So lassen sich anschließend Korrelationen zwischen astrologisch vorhergesagten und tatsächlichen beobachteten Verhaltensweisen finden11. Aus Sicht der Naturwissenschaften lassen sich solche faktischen Beobachtungen nicht als Begründung für die Stichhaltigkeit der Astrologie heranziehen. Schon durch die Selbsterfüllung kann im psychologischen Sinne die Beschäftigung mit Astrologie ein Mittel zur Selbstinspektion und Selbstreflexion darstellen, ebenso wie andere religiöse beziehungsweise esoterische Glaubensübungen dazu geeignet sind (Tarot).
Neben der Selbstprojektion finden sich in der Psychologie weitere Zumutungen, etwa die Fremdprojektion (ähnlich dem Erlernen der Geschlechterrolle), sowie dem Bejahungsfaktor bei schwammigen Aussagen (sogenannter Barnum-Effekt), die die Selbstbestätigung über das Horoskop in Frage stellen. Für diese Effekte gibt es jeweils fundierte Studien, die deren teils starke Wirkung beschreiben. Ähnlich wie mit der physikalischen Kritik bleibt für den astrologischen Anteil hier nur ein kaum messbarer Hauch eines äußeren Einflusses übrig. Mögliche Beobachtungen sind vielmehr der Ausdruck des Erlernten als direkte Folge der Prägung der Psyche durch das astrologische Modell. In diesem Zusammenhang hat eine Untersuchung, die im Jahr 1978 von den Psychologen Mayo, White und Eysenck 12 durchgeführt wurde, gezeigt, dass abhängig vom jeweiligen Wissen um Gestirnstände Personen, die dieses Gedankengebäude kennen und für sich auch als wichtig betrachten, auch Stellungen der Planeten widerspiegeln. Diese Auffälligkeiten verschwanden jedoch genau dann, wenn Personen getestet wurden, die über keine Kenntnisse astrologischer Behauptungen verfügten.
Astrologie als Angelegenheit des Glaubens
Astrologie erfüllt bei vielen Menschen ein Bedürfnis nach übernatürlichen, transzendenten oder metaphysischen Erklärungen für ihre aktuelle oder zukünftige Befindlichkeit. Die Erwartung metaphysischer Aussagen lässt per Definition jede naturwissenschaftliche Kritik belanglos sein. Dies trifft übrigens nicht nur für Astrologie, sondern für jedes Wert- oder Anschauungssystem (zum Beispiel Religionen) zu, das jenseits der bekannten physikalischen Welt weitere Determinationen oder Existenzen unterstellt.
Astrologie im gesetzlichen Rahmen
Die Ausübung der Astrologie als Beruf ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Einige Astrologen betreiben ihre Tätigkeit als Gewerbe nach § 14 der Gewerbeordnung, andere als freien Beruf (ähnlich Künstlern oder Schriftstellern). Die Bezeichnung "Astrologe" ist in Deutschland nicht geschützt.
Literatur
Allgemein
- Gertrud I. Hürlimann: Astrologie: Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch, Oesch Verlag Zürich,
- Rüdiger Dahlke und Nicolaus Klein: Das senkrechte Weltbild. Symbolisches Denken in astrologischen Urprinzipien.
- Hergovich, A. (2005). Die Psychologie der Astrologie. Bern: Huber
- Peter Niehenke: Astrologie. Eine Einführung (2000).
- Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. München: Beck, 2003,
- Thomas Ring (1892-1983): Kräfte und Kräftebeziehungen
- Martina Döhring: Grundlagen der esoterischen Astrologie, Edition Esoterick 2003,
- Gerhard Voss: Astrologie christlich, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1980,
- Lars Steen Larsen/Erik Michael/Per Kjærgaard Rasmussen: Astrologie – Von Babylon zur Urknall-Theorie, Böhlau Verlag Wien/Köln/Weimar 2000,
- Siegfried Schiemenz: Planetenstellungen und der Geist des Menschen; BOD Norderstedt 2003;
Schulen
- Christoph Schubert-Weller: Wege der Astrologie - Schulen und Methoden im Vergleich, Chiron Verlag Mössingen 2000,
- Wolfgang Döbereiner: Astrologisches Lehr- und Übungsbuch Band 1.
Kritik
- Robert Henseling: Werden und Wesen der Astrologie. Naturfreunde, Franckh`sche Verlagshandlung Stuttgart (1924)
- Basler, Herbert (1998): ' Die Akte Astrologie von Gunter Sachs aus Sicht der Mathematischen Statistik'.
In: Skeptiker 3, S. 104 - 111. - Kelly, Ivan W. (1998): why astrology doesn't Work. In: Psychological Reports 82, 527-546
- Gerhard Dünnhaupt: "Neue Kometen - böse Propheten", in: Philobiblon 18 (1974), 112-118 (mit Literaturangaben)
- Herrmann, Dieter B. (1999): Astronomisches Wissen und astrologischer Glaube. In: Astronomie + Raumfahrt 36/3, 14-17.
- Astrologiethemenheft (1996): Skeptiker - Parawissenschaften unter der Lupe, Heft 4. Infos als PDF

Quellen
- Vgl. http://www.anomalistik.de/zfa_pdf/zfa2007_1_009_wunder_voltmer.pdf

- G. Hürlimann: Astrologie - Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch, Oesch Verlag Zürich 2002 (10. Aufl.), S. 13, ISBN 3-0350-1501-5
- Vgl. dazu Wolfgang Hübner: Zodiacus Christianus: Jüdisch-christliche Adaptionen des Tierkreises von der Antike bis zur Gegenwart. Hain, Königstein/Ts. 1983 (Beiträge zur klassischen Philologie 144)
- Peter Hartmann (Universität von Aarhus) et al.: The relationship between date of birth and individual differences in personality and general intelligence: A large-scale study. In: Personality and Individual Differences, Mai 2006, Bd. 40, S. 1349-1362. ( Abstract online
). - I.W.Kelly:Astrology and Science: A critical examination. In: Psychological Reports, 1979, Bd. 44, S. 1231-1240.
- I.W.Kelly:Why astrology doesn’t work.In: Psychological Reports,1998 , Bd. 82, 527 - 546.
- K.Pawlik und L.Buse: Selbst-Attribuierung als differentiell-psychologische Moderatorvariable: Nachprüfung und Erklärung von Eysencks Astrologie-Persönlichkeit-Korrelationen. (Self-attribution as a differential moderator variable in Psychology: A test and an explanation of Eysenck’s astrology - personality correlations). In: Zeitschrift für Sozialpsychologie, 1979, Bd. 10, S. 54-69.
- J.J.F.van Rooij:Introversion-extraversion: Astrology versus psychology. In: Personality and Individual Differences, 1994, Bd. 16, S. 985-988.
- G. Voss: Astrologie christlich, F. Pustet Verlag Regensburg, 3. Auflage 1990, ISBN 3-7917-0643-8
- G. Voss: Astrologie christlich, F. Pustet Verlag Regensburg, 3. Auflage 1990, ISBN 3-7917-0643-8
- Richard Dawkins: Unweaving the Rainbow: Science, Delusion and the Appetite for Wonder. Mariner Books, 2000,
Weblinks
| <imagemap> Image:Commons-logo.svg|12px|Commons default [[commons:Hauptseite]] desc none </imagemap> | [ Commons: Astrologie] – Bilder, Videos und Audiodateien |
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- Bibliographie und Linkliste
des Warburg Institute, London. - Deutscher Astrologen-Verband (DAV)
, die größte berufsständische Vereinigung von Astrologen in Deutschland - "Kritische Astrologie"
von Baris Ilktac - Astrologie in wissenschaftstheoretischer Perspektive
von Bernulf Kanitscheider - Arbeitskreis Astrologie
der Gesellschaft für Anomalistik e.V. - "Astronomie und Astrologie - ein schwieriges Verhältnis"
einer Astronomie-Seite - Was Sie in Astrologiebüchern nicht finden werden

- Stellungnahme zur Astrologie
von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) - Bad Astronomy - Astrology (engl.)
Link zur astrologiekritischen Seite von Phil Plait, Autor von Bad Astronomy: Misconceptions and Misuses Revealed, from Astrology to the Moon Landing "Hoax" - Grundlagen zum Horoskopdeuten in der Astrologie

- Kritische Auseinandersetzung mit der Astrologie

- Ein Astrologie-Schnellkurs

- Kritischer Text aus Skeptic's Dictionary
