Einträge suchen
Erweiterte Suche
Einträge im Heiler-Portal
Sie möchten hier stehen ?
Hier gehts zur Registrierung

 

Zurück

Antioxidative Therapie

Als antioxidative Therapie wird in der Alternativmedizin eine Therapie bezeichnet, die darauf abzielt, die Wirkung schädlicher freier Radikale und die Auswirkungen von so genanntem oxidativem Stress zu vermindern und angeblich dadurch verursachte Erkrankungen zu bekämpfen. Sie ist insbesondere in der Behandlung von Krebserkrankungen verbreitet.

In der klassischen Medizin gilt eine antioxidative Behandlung mit Vitamin E als geeignetes Mittel, das Endstadium bei Alzheimer zu verzögern. Eine entsprechende Wirkung wurde in radomisierten Placebo-kontrollierten Studien nachgewiesen. Meta-Studien ergaben jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Daher warnen Mediziner vor einem unkontrollierten Einsatz so genannter Antioxidantien in hohen Dosierungen und beliebigen Kombinationen.1

Häufig werden hohe Dosen von Antioxidantien verabreicht. Dies sind pflanzliche oder chemische Stoffe mit antioxidativem Charakter, d.h. sie binden in vitro (d.h. im Reagenzglas) aggressiv oxidierende Moleküle, insbesondere die sogenannten Sauerstoffradikale, welche in vielen Stoffwechselvorgängen freiwerden. Weil freie Sauerstoffradikale auch eine zentrale Rolle bei der Karzinogenese (Krebsentstehung) durch chemische Karzinogene und ionisierende Strahlung spielen, könnten radikalbindende Substanzen möglicherweise auch die Krebsentstehung beim Menschen beeinflussen.

Tatsächlich hat man in Krebsgewebe einen gegenüber normalem Gewebe geringeren Gehalt an antioxidativen Stoffen gefunden. Einzelne klinische Studien an Patienten haben ergeben, dass die Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie unter antioxidativer Begleitmedikation tendenziell geringer ausfallen. Auch gibt es zahlreiche Studien an Zellkulturen und Versuchstieren (insbesondere transgenen Ratten), die bestätigt haben, dass Mikronährstoffe die Entwicklung von künstlich hervorgerufenen Tumoren hemmen.

Substanzen

Substanzen mit antioxidativer Wirkung sind

  • die Vitamine C und E, das Coenzym Q10
  • sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe (im Gegensatz zu den "primären" Stoffen Fett, Kohlenhydrate und Protein): Karotinoide, Flavonoide, Polyphenole u.a.,
  • die tierischen Enzyme Superoxiddismutase und Katalase,
  • die Spurenelemente Mangan und Selen

Kritik

Ob die genannten Laborergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, und somit eine echte Krebsprävention (Vorbeugung) durch bestimmte Ernährungsformen möglich ist, ist umstritten. Personen, deren Ernährung viel Obst und Gemüse oder Vitaminzusätze enthält, sollen um ca. 20 % seltener an bestimmten Krebsformen erkranken. Andererseits hat eine 2004 veröffentlichte Langzeitstudie keinen Unterschied der beiden Gruppen gezeigt 2.

Es ist außerdem methodisch fragwürdig, die möglicherweise zur Krebsvorbeugung geeigneten Stoffe unkritisch zur Krebsbehandlung einzusetzen, vor allem wenn der Einsatz parallel zur konventionellen Therapie erfolgt. Theoretisch wäre es denkbar, dass die antioxidativen Stoffe auch die Krebszellen - ebenso wie das gesunde Gewebe - vor der Vernichtung durch Chemo- und Strahlentherapie schützen können, also nicht nur die Nebenwirkungen, sondern auch die erhoffte Hauptwirkung dieser Therapien verringern. Ionisierende Strahlung und viele Chemotherapeutika erzeugen nämlich in den Zielzellen Sauerstoffradikale und zerstören sie auf diese Weise. Auch diese konträre These wurde bislang nur im Tierexperiment (z.B. an Mäusen) belegt.

Keine der genannten Substanzen hat eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung gegen Krebs beim Menschen.


Siehe auch: Krebsdiät - Sekundäre Pflanzenstoffe - Mikronährstoff (Medizin) - Orthomolekulare Medizin

Weblinks

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Therapie degenerativer Demenzen 
  2. http://www.swedish.org/19936.cfm 

Zurück

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel  - Antioxidative Therapie -  aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren und Versionen ist hier,  auf Wikipedia verfügbar. Die Urheber der verwendeten Bilder sind bei einem Klick auf das jeweilige Bild auszumachen.